MIBNIGHT JAZZFESTIVAL 2008

Mitwirkende
Moderation: Peter Schulze
Gäste: Reinhart Hammerschmidt und Uli Sobotta

Peter Schulze zum diesjährigen MIBNIGHT JAZZFESTIVAL 2008

 
Das Unerhörte mit dem gerne Gehörten zu verbinden, ist von Beginn an ein wesentlicher Charakterzug des MIBNIGHT Jazzfestivals.
Vom 9. bis 11. Oktober präsentiert die Musikerinitiative Bremen ein Programm, so vielseitig wie sie selbst: New trifft Free trifft Soul trifft Modern Jazz; elektrisch trifft akustisch, feste Formation trifft Erstbegegnung. Auch in diesem Jahr bieten alter und neuer Saal der Bremer Schwankhalle dabei nicht nur Musikern Raum, sondern auch Wortartisten, Bewegungsfanatikern und Bildaktionisten.

Mit der programmatisch betitelten Suite „El Viaje – Die Reise“ eröffnet die MIB-Workshop-Band den Reigen aus 13 Konzerten. Zu hören sind am Donnerstag Reisen zu den Randbereichen instrumentalen Klangspektrums wie beim französischen Top-Saxophonisten Michel Doneda. Florian Poser's Brazilian Experience erkundet die gemeinsamen Landkarten von Latin und Jazz. Und dem Danziger Ausnahme-Bassisten Piotr Lemanczyk gelingt – mit freundlicher Unterstützung von agitPolska – ein weiterer deutsch-polnischer Brückenschlag mit exklusivem Modern-Jazz-Material.

Die Stimme bahnt am Freitag gleich doppelt den Weg durch musikalische Geschichte und Geschichten. Eckhard Petris Dozenthology macht aus den Namen von Jazzgrößen anagrammatische Gedichte und aus diesen Gedichten eigenwillige Songportraits. Eine originelle Heimatkunde betreiben Die Erben – mit Schlag- und Blaszeug überführen sie deutsches Liedgut in So-noch-nie-Gehörtes. Dazu spielt sich das López-Fey-Quintett an ein grenzüberschreitendes europäisches Klangideal heran, während eine Trio-Performance den Sparten-Schlagbaum für Tänzer Günther Grollitsch öffnet.

Der Sonnabend wird von zwei Hommagen eingerahmt: The Bird-Variations aktualisieren Charlie Parker mit Cello und Klavier. Das Hamburger Oktett Rocket No. 9 ringt den Kompositionen von Sun Ra so viel Neues ab, dass es selbst den Altmeister überraschen würde. Dazwischen grooven Reverend Joe voll souliger Gospelseeligkeit. Der Berliner Künstler Helge Leiberg macht permanent wechselnde Klang-Konstellationen seiner Mitmusiker sichtbar. Und Schlagzeug-Legende Bill Elgart begegnet improvisierend der Energiefreisetzung von Posaune und Flöte.

Optische Dokumente: Im Foyer der Schwankhalle ist während des Festivals Rolf Schöllkopfs Fotoinstallation MIB seen zu sehen.


Programm am 10.10.2008:

20.00 Uhr (Neuer Saal)
DOZENTHOLOGY
Auf experimentell-poetischem Wege nähert sich das Quartett hochkarätig besetzter Saxophongeschichte und -gegenwart. Petris Portrait-Songs übersetzen Quadfliegs Anagramme klangvoller Namen wie John Coltrane oder Charles Lloyd in ein spekulatives Jazz-Sodoku voll eigensinniger Ehrerbietung.
Felix Quadflieg (Bremen) - voice
Eckhard Petri (Bremen) - saxophone
Michael Berger (Bremen) piano
Matthias Klenke (Bremen) doublebass
Stefan Ulrich (Bremen) drums

20.45 Uhr (Alter Saal)
GROLLITSCH - RÜHL - HAMMERSCHMIDT
Auf Augenhöhe begegnet der Tänzer Günther Grollitsch dem kleinteiligen Kontrabassspiel Reinhart Hammerschmidts und der choreographieerprobten Gitarre Frank Rühls. Das Trio nutzt in dieser improvisatorischen Erstbegegnung Bewegungsabläufe als Klangerzeuger und Instrumente als Bildelemente.
Günther Grollitsch (Bremen) - dance
Frank Rühl (Giessen) - e-guitar
Reinhart Hammerschmidt (Bremen) - doublebass

21.30 Uhr (Neuer Saal)
LOPEZ – FEY QUINTETT
Mit verschiedenen Materialien begab sich der junge spanische Pianist Miguel Angel López schon auf die musikalische Suche: iberischer Bigbandsound, andalusischer Rock oder moderner Flamenco. In spontaner Kommunikation und komplex verwobener Komposition erkundet er mit Co-Bandleader Klaus Fey den europäischen akustischen Jazz-Klang.
Claas Überschär (Hamburg) - trumpet
Klaus Fey (Bremen) - saxophone
Miguel Angel Lopez (Spanien) - piano
Richard Welschhoff (Celle) - doublebass
Friedemann Bartels (Bremen) - drums

22.30 Uhr (Alter Saal)
DIE ERBEN
Als verschrobener Volksmusik-Vierer bereisen sie die deutschsprachigen Lande – stets auf der Suche nach verschüttetem Liedgut für den Erben-Konfrontationskurs mit behändem Doppel-Gebläse und unerhört taktvoller Rückendeckung für die fulminante Sängerin Rye.
Rye (Berlin) – voice
Jörg Huke (Berlin) – trombone
Andreas Kaling (Bielefeld) – bass-saxophone
Karl Godejohann (Bielefeld) – drums


Playlist Peter Schluze zum diesjährigen MIB-Festival 2008

Piotr Lemanczyk - Foreground
Die Erben - Unsere Oma färht im HÜhnerstall Motrad
Stephan Schrader/Felix Elsner - Logoi Rhynto Amazon
Reverend Joe - Walk Tall
Rocket Nr ...








MUSIKSPEZIAL 09.10.08 PETER SCHULZE -